Alkohol im Straßenverkehr – Aufklärung soll Tragödien vermeiden helfen

Veröffentlicht am Freitag, 27.03.2015 | Peter Wollinger

Kategorien: Allgemeinbildender Unterricht | Unsere Schule

In Deutschland wurden im Jahr 2013 insgesamt 2,4 Millionen Unfälle von der Polizei aufgenommen, darunter waren 39 386 Unfälle, bei denen mindestens ein Beteiligter unter dem Einfluss berauschender Mittel stand. Dies waren 1,6 % aller polizeilich registrierten Unfälle. 2013 starben 9,4 % aller tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer in Deutschland infolge eines Alkoholunfalls, das heißt, etwa jeder elfte Getötete.

Um unseren Schülerinnen und Schülern die Folgen und Gefahren des Missbrauchs von Alkohol im Straßenverkehr aufzuzeigen, referierten Markus Werrlein, Richter am Amtsgericht in Deggendorf, sowie Anton Donaubauer, Staatsanwalt, und Dr. Stefan Brunner, Richter am Landgericht, in den 11. Klassen unserer Berufsschule über dieses hochbrisante Thema.

In ihren Seminaren berichteten Schülerinnen und Schüler über eigene Erfahrungen oder schilderten Schicksalsschläge, die sie in ihrem Bekanntenkreis erlebt hatten. Die Referenten ergänzten einige weitere Fallbeispiele, mit denen sie in ihrer Gerichtspraxis konfrontiert waren.

Im Anschluss diskutierten sie mit den Schülerinnen und Schülern über allgemeine Fragen zum Führerschein, zur Probezeit und Fahranfängerzeit und zu den verschiedenen Promillegrenzen, die die Experten genau erläuterten: In der Probezeit bis zum Alter von 21 Jahren gelten 0,0 Promille. Bei 0,3 Promille kann ein alkoholbedingter Fahrfehler geahndet werden. Ab 21 Jahren gilt die 0,5-Promillegrenze für ein Fahrverbot, bei 1,1 Promille ist die Schwelle zur Straftat festgesetzt. Hat ein Fahrer 1,6 Promille oder mehr, so müssen vor Wiedererhalt des Führerscheins eine MPU (Medizinisch-Psychologische-Untersuchung) abgelegt und weitere Auflagen erfüllt werden.

Auch die biologischen Vorgänge im Körper bei Alkoholkonsum waren Gegenstand der Vorträge: Die SchülerInnen erfuhren, wie sich die BAK (Blutalkoholkonzentration) errechnen lässt und wurden mit der Abbaurate vertraut gemacht. Um den Alkoholgehalt im Blut zu bestimmen, ist der Atemluftalkoholtest bekannt, der im Volksmund unter dem sogenannten „Blasen“ bekannt ist. In schwerwiegenden Fällen kann die Polizei einen Blutalkoholtest durchführen lassen. Falls sich die Person weigert, ist eine richterliche Anordnung nötig.

Als kommissarischer Fachkundebetreuer danke ich Herrn Werrlein und seinen Kollegen für ihr großes Engagement und wünsche mir, dass diese aufklärenden und wachrüttelnden Vorträge für unsere Schülerinnen und Schüler auch im nächsten Jahr wieder stattfinden können.

Markus Lautenbacher

Bild: Richter Markus Werrlein vom Amtsgericht Deggendorf