Alkohol und Drogen im Straßenverkehr

Veröffentlicht am 28.04.2015 | Jürgen Vogl | 60 Aufrufe

Kategorien: Aktivitäten

Alkohol und Drogen im Straßenverkehr

Richter Markus Werrlein rüttelt die Schüler wach     

Alkohol im Straßenverkehr ist eine der häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle, bei denen leider oft auch Personen schwer verletzt oder gar getötet werden. Unseren Schülerinnen und Schülern sollten, wie jedes Jahr, die Gefahren des Missbrauchs von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr aufgezeigt werden. Unter dieser Zielsetzung suchten Markus Werrlein, Ständiger Vertreter des Direktors am Amtsgericht in Viechtach, sowie seine Kollegen Anton Donaubauer, Richter am Amtsgericht Deggendorf als weiterer aufsichtführender Richter, und Dr. Stefan Brunner, Staatsanwalt als Gruppenleiter am Amtsgericht in Deggendorf, den Dialog mit den meisten Schülern der elften Jahrgangsstufe an unserer Berufsschule.

„Welche Erfahrungen habt ihr bezüglich Alkohol und Drogen im Straßenverkehr?“, lautete die erste Frage in der Veranstaltung. Diese Frage provozierte in fast jeder Klasse Schilderungen eigener Erfahrungen und Erkenntnisse. Auch über schwere Schicksalsschläge berichteten die Schüler, so beispielsweise über einen Freund oder eine Freundin, die durch einen alkoholisierten Fahrer getötet wurde. Andere erzählten von einem Verwandten, dem der Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer entzogen wurde. Immer wieder berichteten Schüler unserer Klassen auch von eigenen Fehlern und deren Folgen. Die Referenten steuerten einige Fälle bei, die vor Gericht verhandelt wurden.

Zudem informierten sie die Schüler über mögliche Vergehen im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen. Thematisiert wurden auch die einzelnen Promillegrenzen und deren mögliche rechtliche Folgen: Seit 2007 gilt für Fahranfänger in der zweijährigen Probezeit sowie für Personen bis 21 Jahre die „Null-Promillegrenze“. Dieser Personengruppe ist das Trinken von Alkohol verboten, wenn sie am Steuer sitzen. Der Gesetzgeber hat diese Regel eingeführt, weil junge Menschen weit überproportional in Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss verwickelt sind. Bereits ab 0,3 Promille kann ein alkoholbedingter Fahrfehler geahndet werden. Bei auffälliger Fahrweise, beispielsweise in Schlangenlinien, oder bei einem Unfall liegt regelmäßig bereits ab diesem Wert eine Straftat vor. Hier kann die Konsequenz neben einem Fahrerlaubnisentzug, verbunden mit einer Sperrfrist von mindestens sechs Monaten, eine empfindliche Geld- oder sogar eine Freiheitsstrafe sein.

Zwischen 0,5 bis 1,10 Promille ohne Fahrfehler liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, Bußgeld, Punkte und Fahrverbot sind regelmäßig die Folge. Ab 1,1 Promille ist die sogenannte „absolute Fahruntüchtigkeit“ erreicht. Dann gibt es in jedem Fall eine strafrechtliche Verfolgung, unabhängig davon, ob ein Fahrfehler vorliegt. Eine Geldstrafe und im Wiederholungsfall sogar Freiheitsentzug sind die Folge, außerdem wird immer die Fahrerlaubnis entzogen und eine Sperrfrist je nach Höhe der Promille von mindestens einem Jahr bis maximal fünf Jahren angeordnet. Lag der gemessene Wert bei 1,6 Promille oder mehr, so wird von der Führerscheinstelle vor Wiedererteilung der Fahrerlaubnis zwingend eine MPU (Medizinisch-Psychologische-Untersuchung) verlangt, teilweise gibt es auch weitere Auflagen. Bei der MPU wird die Fahreignung des Fahrers angesichts der „Wiederholungsgefahr“ beurteilt. Am Ende der jeweiligen Sperrfrist wird daher nochmals überprüft, ob der Fahrer wieder geeignet ist, ein Auto zu führen.

Zudem erklärten die Richter, wie sich die BAK (Blutalkoholkonzentration) zusammensetzt und weiter, dass ein gesunder Mensch ungefähr 0,1 Promille pro Stunde abbauen kann. Um den Alkoholgehalt im Blut zu bestimmen, ist jedem der Atemluftalkoholtest bekannt, vor Gericht ist als Beweismittel allerdings eine Blutprobe notwendig.

Die 90-minütigen Vorträge, an denen sich die Schüler äußerst aktiv beteiligten, gingen viel zu schnell vorüber. Als Fachbetreuer für das Fach Sozialkunde an unserer Berufsschule danke ich Herrn Werrlein für die gute Zusammenarbeit und die Koordinierung der Vorträge. Wir hoffen, dass diese aufklärenden und wachrüttelnden Vorträge auch im nächsten Schuljahr stattfinden werden.

Markus Lautenbacher

Das Bild zeigt Richter Werrlein mit der Klasse TZB 11A.

 

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