Alkohol und Drogen im Straßenverkehr

Veröffentlicht am 09.12.2021 | Markus Lautenbacher | 169 Aufrufe

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Alkohol und Drogen im Straßenverkehr

Wer fährt, trinkt nicht!

Auf Einladung von OStRin Daniela Rieder und StD Markus Lautenbacher informierte der B.A.D.S. (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) die 12. Klassen und die Technikerschüler an vier Terminen über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr.Die beiden Car-Instrukteure Jürgen Reithmeier und Günter Losse sind ehrenamtlich für den Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr im Einsatz und als pensionierte Beamte im Polizeidienst brachten beide den Schülern die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr eindringlich nahe.

Nach einem kurzen Einstiegsfilm, in dem eine verunglückte Tochter ihrer Mutter noch eine herzzerreißende Nachricht auf das Handy gesendet hat, war die Betroffenheit der Schülerinnen und Schüler im Raum direkt spürbar. Die nachgestellte Situation beschreibt Günter Losse als eine alltägliche Polizeisituation. Die junge Frau hatte extra auf Alkohol in der Disco verzichtet, um ihre Freunde sicher nach Hause zu fahren. Auch ihrer Mutter hatte sie das immer wieder versprochen… nur hatte der Unfallverursacher, ein junger Mann, eine erhebliche Menge an Alkohol intus.

Bereits ab 0,3 Promille Alkohol im Blut ist der Führerschein bei einem Unfall in Gefahr. Diese Grenze ist laut Losse sehr wichtig, denn die Gefahr von Alkohol im Straßenverkehr ist nicht zu unterschätzen: Von 2,7 Mio. Verkehrsunfällen 2019 im Bundesgebiet waren 14 000 unter Alkoholeinfluss mit Personenschaden und davon wiederum waren 262 mit tödlichem Ausgang. Daher ist die Prävention bereits bei Fahranfängern unabdingbar.

Während der weiteren Ausführungen durch Herrn Losse verknüpfte er viele Beispiele aus seiner früheren Polizeiarbeit in Form von Berichten und Erzählungen mit den Gesetzestexten, die für Alkohol und Drogen gelten. Einige Schüler konnten Beispiele aus ihrem direkten Umfeld beisteuern.

Besonders interessant war die Ausführung über die Aufnahme und Verteilung des Alkohols im Körper. Herr Losse räumte mit den fadenscheinigen Gerüchten und Halbwahrheiten auf. Man kann rein gar nichts dafür tun, um den Abbau von Alkohol im Körper zu beschleunigen. Nur das subjektive Empfinden kann durch kalte Duschen oder Kaffeegenuss verändert werden. Die Leber benötigt aber generell eine Stunde um 0,1 Promille abzubauen. Daher gilt nach einer durchzechten Nacht – Finger weg vom Fahrzeug. Auch noch am nächsten Tag hat der Körper enorme Mengen an Restalkohol im Blut.

Um den Schülerinnen und Schülern ein Gefühl dafür zu vermitteln, welche Auswirkung bereits geringe Mengen Alkohol z.B. auf die Reaktionszeit hat, wurde vom B.A.D.S. eigens ein Fahrsimulator entwickelt. Herr Reithmeier führte an, dass zur Finanzierung ca. 40.000 Euro an  Bußgeldern verwendet wurden, die für Fahrten unter Alkoholeinfluss erhoben wurden. Durch die Eingabe des Promillewertes können somit eine verlangsamte Reaktionszeit, sowie die Einengung des Sichtfeldes („Tunnelblick“) eingestellt werden. Reithmeier führte nun die interessierten Schüler in den Fahrsimulator ein. Erfahrungsgemäß handeln junge Erwachsene mit Playstation-Erfahrung zumindest bei der Probefahrt ohne simulierten Alkoholeinfluss sehr professionell in den jeweiligen Situationen. Sobald allerdings eine Alkoholfahrt von z.B. 1,6 Promille simuliert wird, verringert die Software das Sichtfeld und die Reaktionszeit wird mechanisch verlangsamt. Viele Unfälle und Verkehrsverstöße fanden unter dieser Situation statt. Jeder einzelne Fahrer konnte seine „Vergehen“ anhand eines Ausdrucks mit nach Hause nehmen. Als Warnung empfahl Herr Reithmeier dieses Dokument ins Auto zu legen, denn -  wer fährt, trinkt nicht!

BADS_Losse

Um möglichst vielen Schülerinnen und Schülern sowie auch Lehrkräften die Erfahrung einer simulierten Fahrt unter Alkoholeinfluss zu ermöglichen, haben die beiden Referenten den Fahrsimulator noch an zwei weiteren Nachmittagen zur Verfügung gestellt. Dieses Angebot wurde gern angenommen.

Für unsere Schüler waren es sehr informative, nachdenkliche und extrem wichtige 90 Minuten. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen von Seiten der Schüler sowie Lehrer ist für uns die Bestätigung, diese Veranstaltung spätestens im nächsten Schuljahr wieder anbieten zu wollen.

Ein herzlicher Dank geht an Herrn Anton Kappenschneider, dem Geschäftsführer der Landessektion Bayern-Süd vom Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr e.V., im Namen der ganzen Schulfamilie für die Möglichkeit, diese Veranstaltung bei uns an der Schule durchführen zu dürfen. Besonderer Dank gebührt natürlich besonders auch den beiden Referenten Günter Losse und Jürgen Reithmeier für ihre sehr schülernahen und „erfahrbaren“ Ausführungen.

Daniela Rieder, OStRin

Markus Lautenbacher, StD

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