Bernd Sibler zu Gast an der Berufsschule

Veröffentlicht am Sonntag, 11.11.2012 | Peter Wollinger

Kategorien: Bau - Holz - Farbe | Aktivitäten

Das besondere Interesse des Staatssekretärs gilt der neu eingerichteten Technikerschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität

„Wie haben Sie den Schritt heraus aus Ihrem Berufsleben zurück auf die Schulbank gemeistert?“ Das war eine der vielen Fragen, die der Staatssekretär im Kultusministerium Bernd Sibler den Schülern der Technikerschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität stellte.

Er stattete der Staatlichen Berufsschule I Deggendorf einen Besuch ab, der zunächst einem ersten Erfahrungsaustausch über den Start dieser in Niederbayern einzigartigen Fachschule dienen sollte. Zudem wollte sich der zuständige Experte für das Berufsschulwesen ein Bild über Fortschritte bei der Integration ausländischer Schüler – insbesondere der bulgarischen Auszubildenden, die auf Vermittlung von Landrat Christian Bernreiter eine Ausbildung im Landkreis Deggendorf absolvieren – machen und Einblicke in die Arbeit des Kollegiums mit dem durch die EU geförderten „Berufsintegrationsjahr“ gewinnen.

Staatssekretär Sibler wurde zunächst durch den Schulleiter der Staatlichen Berufsschule I Deggendorf, Oberstudiendirektor Bartholomäus Sagstetter, die Stellvertretende Schulleiterin Studiendirektorin Angela Saller und den neuen Mitarbeiter in der Schulverwaltung Studiendirektor Jürgen Vogl sehr herzlich begrüßt. Im Rahmen eines intensiven Gedankenaustauschs über die anstehenden Schwerpunkte des anschließenden Besuches der Fachschüler und der bulgarischen Schüler im Baubereich stellte der Schulleiter die intensive Betreuung der jeweiligen Schüler durch das Kollegium vor, verschwieg aber auch nicht einzelne Problemfelder, die sich beispielsweise durch die Aufnahme von schulpflichtigen Asylbewerbern an seiner Schule ergeben. So wies er unter anderem auf die Notwendigkeit hin, einen Sozialpädagogen einzustellen, der die äußerst effektive Arbeit seiner Lehrerinnen und Lehrer unterstützend begleiten könnte.

Die Technikerschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität, die auf gemeinsame Initiative der Berufsschule und Bernd Siblers hin eingerichtet worden war, hat einen sehr guten Start hingelegt. Die 19 Schüler und eine Schülern fühlen sich an ihrer Schule sehr wohl, wie sie dem Staatssekretär bestätigten. Es sei ein zwar etwas mühsamer und gewagter Schritt für sie gewesen, lautete die überwiegende Antwort der Schüler auf die oben zitierte Frage des Staatssekretärs, „aber die Ausbildung unter Führung der erfahrenen Pädagogen und ausgewiesenen Fachleute an der Staatlichen Berufsschule I Deggendorf macht Spaß und führt schrittweise zum Erfolg.“ In seinen Ausführungen betonte Sibler, wie wichtig diese Ausbildung für die jungen Studierenden sei, welche Bedeutung sie aber zudem für die zukünftige Entwicklung der Region und der neuen Technik der Elektromobilität habe. Viele federführende Institutionen treiben die Entwicklung dieser Technik voran, unter anderem die HDU, die Fachhochschule Deggendorf, die sehr eng mit der Berufsschule kooperiert und den angehenden Technikern weitere Zukunftschancen eröffnet.

Die bulgarischen Auszubildenden wurden im fachlichen Unterricht beim Errichten eines Schnurgerüsts angetroffen. Auch sie befragte Staatssekretär Sibler nach ihrem Befinden und ihren Erfahrungen in der neuen Umgebung und an ihren Ausbildungsplätzen. Dank intensiver Bemühungen des Lehrkörpers und der engagierten Mitschüler gelingt die Integration dieser jungen Menschen an der Schule, aber auch im privaten Alltag, hervorragend. Die Staatliche Berufsschule I Deggendorf erweist sich in dieser Hinsicht als Vorreiter auf dem Weg zu einem geeinten Europa – bereits 23 bulgarische Schüler wurden an der Schule in den Fachbereichen Bau, Elektro- und Metalltechnik bestens eingegliedert – und als Vorbild. So gibt es inzwischen in anderen Landkreisen und anderen Schulen ähnliche Aktivitäten zur Gewinnung dringend benötigter ausländischer Fachkräfte für unseren Arbeitsmarkt.

Ähnlich erfolgreich läuft die Arbeit an der Berufsschule im BIJ- und JoA-Bereich. Es handelt sich hier, ebenso wie beim an der Schule angesiedelten Berufsvorbereitungsjahr für Hauswirtschaft, um Beschulungsformen, die für Jugendliche gedacht sind, die in Kooperation mit der Agentur für Arbeit in eine Ausbildungsstelle vermittelt werden sollen. Diese Schülerinnen und Schüler erhalten teils lebenspraktischen, teils fachbezogenen Unterricht, wobei ein weiterer Schwerpunkt in gezielter Sprachförderung liegt, um ihre Ausbildungsbefähigung zu verstärken.

Staatssekretär Bernd Sibler zeigte sich stark beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Staatlichen Berufsschule I Deggendorf und versprach, die Aktivitäten der engagierten Lehrkräfte und Schulleitung in jeder Weise zu unterstützen. Er regte zudem an, sich dem Gedanken der Inklusion noch mehr zu öffnen, was ja dem Konzept der Schule sehr gut entspricht: Geht es doch bei den Bemühungen dieser Vorzeigeschule in der Region stets um die individuelle und passgenaue Förderung jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers gemäß deren Leistungsbereitschaft und -vermögen.

Bild: Besuch bei den bulgarischen Schülern