Dienstjubiläum des Schulleiters

Veröffentlicht am Freitag, 25.09.2015 | Peter Wollinger

Kategorien: Unsere Schule

Zum Schuljahresanfang überreichte Abteilungsdirektor Josef Schätz von der Regierung von Niederbayern, im Auftrag von Minister Ludwig Spaenle, eine Dankurkunde an den Schulleiter der Staatlichen Berufsschule I Deggendorf. Damit werden dessen Verdienste als Berufsschullehrer bzw. als Schulleiter gewürdigt und öffentlich anerkannt.

OStD Bartholomäus Sagstetter ist ein waschechter Berufsschullehrer, der sein Metier von der Pike auf gelernt hat. Nach dem Besuch der achtjährigen Volksschule und einer Lehre als Werkzeugmacher schloss sich die Berufsaufbauschule, ein Türöffner für den beruflichen Aufstieg, an, die zur Fachschulreife und damit zum Studium führte. Mit noch nicht 22 Jahren hatte der äußerst strebsame Aufsteiger ein Fachhochschuldiplom als Maschinenbau-Ingenieur in der Tasche, und das ohne Abitur.

Nach gut einem Jahr als angestellter Ingenieur an der Fachhochschule in Regensburg an den Lehrstühlen für Werkstoffkunde, Antriebs- und Verbrennungsmaschinen und Fertigungstechnik folgte ein Zweitstudium an der Technischen Universität in München für das Lehramt an beruflichen Schulen in den Fächern Maschinenbau und Chemie. Besonders die Vorlesungen und Übungen in anorganischer Chemie beim damaligen Professor und Nobelpreisträger Ernst Otto Fischer waren prägend und eindrucksvoll für einen jungen Menschen des zweiten Bildungsweges.

Im September 1976 trat Sagstetter als Referendar seine erste Schulstelle an der Berufsschule Straubing an. Hier war er bis 1969 selbst Schüler gewesen. Im Schuljahr 1977/78 wechselte er per Versetzung an die Berufsschule mit Fachoberschule Regen, der er bis 2004 treu blieb. Auf Grund seiner positiven Einstellung und seiner Anpassungsfähigkeit wurde der Junglehrer in Klassen der Fachoberschule und der Berufsaufbauschule, aber auch in Kfz-, Werkzeugmacher-, Friseur-, Schneider- und Bauklassen eingesetzt. „Durch diese große Einsatzbreite“, so OStD Sagstetter, „konnte ich mir tiefes Wissen über das berufliche Schulwesen und dessen Vielfalt aneignen.“ Dank der immensen Einsatzfreude und der Erfolge bei der Erledigung seiner Dienstaufgaben wurden ihm zunehmend Verantwortung und bestimmte Führungsaufgaben übertragen.

Mit 33 Jahren wurde er zunächst kommissarischer, schulinterner Mitarbeiter der Schulleitung, mit 35 Jahren konnte er die Berufung zum Ständigen Stellvertreter des Schulleiters der Berufsschule mit Fachoberschule Regen entgegennehmen. 1986 erfolgte die Ernennung zum Schulleiter dieser Schule, die damals noch zwei Außenstellen in Viechtach und Zwiesel hatte. „Immer standen für mich“, so Sagstetter, „die Schüler, der Unterricht und das Lehrpersonal im Mittelpunkt.“

Im September 2004 wagte der Geehrte eine berufliche Weichenstellung, die er zu seinen wichtigsten Entscheidungen zählt. Sagstetter wechselte an die Spitze der Nachbarberufsschule in Deggendorf. Damit wurde er Leiter der Staatlichen BS I Deggendorf und später der 2012 von ihm gegründeten Technikerschule für „Fahrzeugtechnik und Elektromobilität“.

Zur Bewältigung der großen Aufgabe, es sind ca. 2.200 Schüler eingeschult, stehen der Schule über 70 Lehrpersonen, vier Sekretärinnen und ein Hausmeister zur Verfügung. „So gesehen gehen die anspruchsvollen Anforderungen an mich als Schulleiter nicht aus.“, meinte OStD Sagstetter bei der Übergabe der Ehrenurkunde. Abteilungsdirektor Schätz und Leitender Regierungsschuldirektor Anton Tafelmeier bestätigten einhellig die immense Arbeitsverpflichtung in seinem Amt als Schulleiter. Der administrative Bereich, die Wahrnehmung unzähliger Außentermine, die Pflege der Kontakte zu den Kammern und Innungen, aber auch die „stillen“ Aufgaben als Dienstvorgesetzter und Behördenleiter fordern alle Kräfte eines Schulleiters. „So gesehen sind ein paar Chemiestunden in der Technikerklasse fast schon eine Erholung.“, meinte Sagstetter lachend.

Als Schulleiter einer solchen großen, überregional wirkenden beruflichen Schule sind auch Ferien keine Ferien im üblichen Sinn, sondern sie sind mit Terminen, Treffen und Planungen größtenteils belegt. Dabei spielen auch die Schulpartnerschaften mit Budweis (Tschechien), mit Zug (Schweiz) und Burgas (Bulgarien) eine große Rolle. Eine Verbindung nach China befindet sich in Planung.

Josef Schätz stellte in seiner kurzen Laudatio fest: „Sie haben, sehr geehrter Herr Sagstetter, einen interessanten, zielführenden und hart erkämpften Aufstieg hinter sich, der durchaus beachtenswert ist. Der Weg über die Volksschule, über die berufliche Lehre, bis hin zur Schulleitung einer der großen Berufsschulen in Niederbayern, ist nicht alltäglich. Sie sind ein echter Berufsschullehrer, dem man die Beruflichkeit ansieht und der der dualen Ausbildung ein Gesicht gibt. Ihre Erfolge, Ihre Zielgerichtetheit und Ihre Loyalität, gepaart mit dem Blick für die Realität, zeichnen Sie besonders aus. 40 Jahre Lehrer, 10 Jahre Stellvertreter und 20 Jahre Schulleiter – ein schier unglaublicher Werdegang.“

Beide Vertreter der Regierung dankten OStD Sagstetter persönlich für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und wünschten auch für die Zukunft alles erdenklich Gute.