Kinotage an der Berufsschule

Veröffentlicht am Montag, 20.07.2015 | Peter Wollinger

Kategorien: Allgemeinbildender Unterricht

„Heute bin ich Samba“

Nach dem großen Kinoerfolg mit dem Film „Ziemlich beste Freunde“ gelang den französischen Regisseuren Eric Toledano und Oliver Nakache ein weiteres Meisterstück: Im Film „Heute bin ich Samba“ haben sie das Problem der illegalen Einwanderung komödienhaft aufgearbeitet.

Das Filmrezept war relativ einfach: Man nehme ein soziales Thema und erzähle davon mit einer reichlichen Portion Humor und Menschlichkeit. Im Film geht es um die zunächst etwas einseitige Liebe zwischen Alice, Charlotte Gainsbourg, grandios als schüchterne Burnout-geschädigte Flüchtlingshelferin, und Samba, Omar Sy, der als Illegaler ständig Angst vor der Abschiebung hat. Thematisiert wird auch die Freundschaft zwischen Samba und dem stets lächelnden Wilson, Tahar Rahim. Der kommt eigentlich aus Algerien, erzählt aber allen, er sei aus Brasilien, weil das einfach bei Arbeitgebern und Frauen besser ankommt.

Und es geht wieder um das Milieu der Einwanderer. Samba will als Koch arbeiten, aber die schwarzen Einwanderer, das sieht man gleich zu Beginn, dürfen in der französischen Küche eigentlich nur die Abfälle von den Tellern wischen und den Müll entsorgen. Es geht auch um Verständigungsschwierigkeiten bei Behördengängen und vom Bürokratiewahnsinn.

Die Szenen sind treffend und in ihrer Überspitzung exakt auf den Punkt gebracht. Immer wieder fragt man sich beklommen: Kann man lachen, wenn es um so schlimme Themen wie die miserable Lage der Immigranten geht? Dann lacht man auch schon und stellt fest: Man kann. So sitzt man also da, ist hin- und hergerissen zwischen seinem Lachen und dem Mitleiden. Natürlich wird man am Ende eher die heiteren Momente in Erinnerung behalten. Und doch, wenn man sich dann nur ab und zu vor Augen führt, was es heißt, am Rand der Gesellschaft und in ständiger Angst zu leben, dann ist mit dieser Komödie auch sozial schon viel gewonnen.

Für unsere Schule war dieser Film eine ideale Gelegenheit, sich mit der Flüchtlingsproblematik auseinanderzusetzen. So konnte in der unterrichtlichen Aufarbeitung mehr Verständnis für die Situation der jugendlichen Asylbewerber an unserer Schule vermittelt werden. Der Fachbetreuer Deutsch StD Edmund Nestmeier hatte dazu im Vorfeld Hinweise für die Bearbeitung der Thematik gegeben.

Edmund Nestmeier

Das Bild zeigt Eva Schattenfroh vom Lichtspielhaus Deggendorf zusammen mit Magdalena Büttner, StD Josef Wagner und StD Edmund Nestmeier und Schülern aus unterschiedlichen Klassen.