Lehrerfortbildung im Kfz-Bereich

Veröffentlicht am 11.04.2018 | Jürgen Vogl | 648 Aufrufe

Kategorien: KFZ-Technik

Lehrerfortbildung im Kfz-Bereich

Reifendruckkontrollsysteme erfordern besonderes Wissen    

Auch in der Kraftfahrzeugtechnik hat in den letzten Jahren die Elektronik Einzug gehalten. Zur Erhöhung des Komforts sowie der Sicherheit sind heute in einem Kfz zahlreiche Sensoren und Aktoren verbaut. Eine EU-Verordnung schreibt seit 2014 für alle neu homologierten Fahrzeugmodelle bis 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht ein Reifendruckkontrollsystem vor. Bei einem Radwechsel sind daher zusätzliche Arbeiten erforderlich. Um diese fahrzeugspezifischen Tätigkeiten kennenzulernen, fand eine eintägige Lehrerfortbildung statt. StR Martin Bugl, FOL Hubert Grill und FOL Christian Pfeffer nahmen daran teil.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Teilnehmer mit Unfallbildern für diese Gefahr sensibilisiert. Mehr als 80 Prozent der Reifenplatzer sind die Folge eines schleichenden Druckverlustes. Elektronische Luftdruckmessung ist angesichts dieser Tatsache eine sinnvolle Maßnahme. Prinzipiell wird zwischen indirekten und direkten Messsystemen unterschieden. Die EU-Verordnung verlangt, dass sowohl Druckverlust an einem einzelnen Rad, als auch gleichzeitiger schleichender Verlust an mehreren Rädern erkannt werden muss. Ein Raddrehzahlvergleich, wie früher bei einfachen indirekten Systemen, ist daher unzureichend. Bei indirekt messenden Systemen wird neben der Erfassung der Raddrehzahl zusätzlich das Schwingverhalten durch die Radsensoren erfasst. Direkte Reifendruckkontrollsysteme messen über jeweils einen Reifendrucksensor in jedem Rad die Reifendrücke und -temperaturen. Diese Informationen werden zusammen mit der Kennung des Reifendrucksensors per Funksignal an ein Steuergerät im Fahrzeug gesendet.

Der Theorieteil am Vormittag wurde durch praktische Messungen am Nachmittag ergänzt. An sechs verschiedenen Stationen konnten die Teilnehmer werkstattnahe Prüfarbeiten an Sensorsystemen vornehmen. So wurden mit entsprechenden Diagnosegeräten Sensordaten abgefragt. Beim Radwechsel ist bei vielen Modellen ein Klonen der Daten von Sensor zu Sensor erforderlich. Auch diese heute alltägliche Werkstattarbeit konnte an einer Station ausgeführt werden. Das erworbene Wissen kann nun in den entsprechenden Lernfeldern der 10. und 12. Klasse an die Schüler weitergegeben werden.

Martin Bugl

Das Bild zeigt (von links) Martin Bugl und Hubert Grill.

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