Physiotherapie in der Friseurabteilung - So entgeht man dem Kreuz mit dem Kreuz

Veröffentlicht am 19.03.2013 | Angela Saller | 1429 Aufrufe

Kategorien: Körperpflege

Physiotherapie in der Friseurabteilung - So entgeht man dem Kreuz mit dem Kreuz

Am Tag der offenen Tür im November 2012 hatten zwei Aussteller vom Stand der Physiotherapeutenschule des Klinikums Deggendorf einen Blick in das Klassen-zimmer der Friseurabteilung geworfen – und schon war es geschehen: Die beiden konnten den Anblick der wenig ergonomischen Arbeitshaltung der fleißigen Friseur-auszubildenden nicht ertragen und boten spontan eine entsprechende Beratung an.

FLin Sabrina Hingel zeigte sich von dieser Idee sofort begeistert und nahm Kontakt mit Marion Reisert, der entsprechenden Lehrkraft an der Physiotherapeutenschule auf.
Schnell stellte sich heraus, dass ein Projekt zur ergonomischen Arbeitsplatzberatung sowohl für die angehenden Friseurinnen als auch für die Physiotherapeutenschüler ein großer Gewinn wäre. Die einen könnten weit über die Möglichkeiten des Unterrichts hinaus erlernen, ihre Arbeitskraft zu erhalten und Berufskrankheiten vorzubeugen, während die anderen in eine echte Beratungssituation mit wirklich Betroffenen gehen könnten. Auf dieser Basis fand im vergangen Schuljahr der erste Versuch einer Kooperation statt. Alle Beteiligten waren begeistert und es wurde beschlossen, dieses Projekt von nun an jedes Jahr durchzuführen.

Im Vorfeld wurden die Schülerinnen der Klasse FRI 10 in unterschiedlichen Arbeits-positionen fotografiert, diese Bilder wurden dann von den Schülerinnen und Schülern des 2. Ausbildungsjahres Physiotherapie ausgewertet. Dabei entstand eine sehr ansprechende PowerPoint-Präsentation und ein informativer Flyer. Nachdem die Grundlagen einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung besprochen, das passende Schuhwerk vorgestellt und die optimale Grundhaltung eingeübt waren, ging es ans Eingemachte.

Jeder angehende Physiotherapeut suchte sich eine Schülerin aus und arbeitete zwei Stunden lang sehr intensiv an der richtigen Arbeitshaltung. Dabei kamen sowohl die künstliche Wirbelsäule, als auch Gummibänder und Tapes für den Rücken zum Einsatz. Für jede Friseurauszubildende gab es noch weiterführende Tipps zur Stärkung der Muskulatur und für Ausgleichsübungen zum körperlich doch recht belastenden Arbeitsalltag. Eine kurze abschließende Schultermassage rundete das Programm auf angenehme Weise ab.

Das Resümee fiel von allen Seiten sehr positiv aus, so dass wir uns schon sehr darauf freuen, Frau Reisert mit ihre Schülerinnen und Schüler auch im nächsten Jahr in der Friseurabteilung willkommen zu heißen.

Sabrina Hingel

 

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