Projekt der BVJ/k-Schüler

Veröffentlicht am Dienstag, 10.04.2018 | Peter Wollinger

Kategorien: Berufsvorbereitung

Schüler werden zu Zweirad-Mechanikern     

Viele Unterrichtseinheiten der BVJ/k Klassen wurden in enger Zusammenarbeit mit der Technikerschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität durchgeführt. Der intensive Kontakt steigerte das Interesse der Schüler des Berufsvorbereitungsjahres an Technik, besonders an E-Technik.

Beim genauen Betrachten eines E-Bikes erkannten sie schnell, dass diese Fahrräder lediglich zusätzlich einen Elektromotor, einen Controller und die dazugehörige Batterie besitzen. Also kamen sie auf die Idee: „Warum nicht einfach den alten, liebgewonnenen Drahtesel selber umrüsten?“

Erste Recherchen im Internet auf der Suche nach günstigen E-Bikes führten zu den üblichen Discountern, bei denen es bereits Räder für rund 700 Euro gibt. Der Preis für wirklich gute E-Räder mit vernünftigen Komponenten, was Schaltung und Bremsen betrifft, beginnt jedoch erst bei 1.500 Euro. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Schüler auf Nachrüstsätze stießen, die bereits für ca. 200 Euro erhältlich sind. So diskutierten die Schüler angeregt die Vorteile einer Umrüstung, also das „Recycling“ des alten Rades. Es muss weder verschrottet, noch verkauft werden, sondern erfährt eine besondere Aufwertung. Im Sinne der Umwelterziehung machten sich die Schüler schnell ans Werk und bauten alte Fahrräder nach den Vorgaben der Lehrkraft OStR Dirk Steger um:

Wählen Sie einen Nabenmotor aus: Nabenmotoren lassen sich in der Regel leichter einbauen, da sie keine besonderen Ansprüche an den Fahrradrahmen stellen. Zu beachten ist, dass sich ein Vorderradnabenmotor nicht mit einem Nabendynamo kombinieren lässt. Hinterradmotoren lassen sich nur mit Kettenschaltungen kombinieren.

Die angegebene Leistung muss den Anforderungen an das E-Bike entsprechen. Möchten Sie auf ein normales Pedelec aufrüsten, darf der Motor die Leistung von 250 Watt nicht überschreiten.

Aus Sicherheitsgründen muss das Fahrrad einen stabilen Rahmen und gute Bremsen haben; Lenker, Gabel und Rahmen dürfen keine Ermüdungserscheinungen aufweisen.

Nach einer ausgiebigen Planungsphase traten beim Umrüsten die ersten Probleme auf. Alte Bremsen mussten erneuert oder sogar ganz ausgetauscht werden. Zudem hingen überschüssige Kabel herum und behinderten den Radfahrer teilweise abwechselnd beim Treten und Lenken. Spitzfindig wurden mit Kabelbindern, Elektro- und Metallarbeiten Lösungen gesucht. Dabei zeigten die Schüler neben handwerklichem Geschick hohe Kreativität beim Problemlösungsverfahren.

Die fertigen E-Bikes können sich sehen lassen. Für Initiator Dirk Steger und die BVJ/k-Klasse war das Projekt in jedem Fall ein voller Erfolg. Einige zeigten sogar Interesse daran, zukünftig den Weg eines Zweiradmechanikers einschlagen zu wollen.

Dirk Steger