Schreiner arbeiten „variabel“

Veröffentlicht am 28.04.2015 | Stefanie Zellner | 1103 Aufrufe

Kategorien: Bau - Holz - Farbe

Schreiner arbeiten „variabel“

Auch im Lernfeld 5/6 arbeiten die Schüler der BGJ-Holztechnik wieder handlungsorientiert. Nach dem Kundenauftrag durch den Sportlehrer Herrn OStR Tom Kraus wurde die zur Verfügung gestellte Musterbox genauestens unter die Lupe genommen. Das Ziel war es, in dieser Lernsituation 14 Plyometrieboxen so rationell zu fertigen, dass die Arbeitsabläufe mit der „freien Wirtschaft“ vergleichbar sind.

Die Box besteht aus sechs Einzelteilen, welche durch ihre Konstruktion mit dem Standardmaschinenpark kaum zu fertigen ist. Aus diesem Grund stand der Einsatz der CNC-Maschine außer Frage. Eine reguläre, aufwendige Einzelprogrammierung speziell für dieses Projekt stand für den Klassenlehrer Thomas Peintinger jedoch nicht zur Debatte. Hierbei hätten die Schüler zeitintensive Programmierungen vornehmen müssen, die letztendlich ausschließlich für dieses Projekt einsetzbar gewesen wäre.

Das Ziel dieses Projektes sollte es sein, zum einen den Wunsch des Sportlehrers (Kunde) gerecht zu werden, aber zum anderen durch die Eingabe von vier Zahlen jede beliebige Boxengröße anfertigen zu können. Mit dieser Variante der Programmierung ist es notwendig, alle Fräsungen, Bohrungen und Konturzüge mit Variablen (in diesem Fall mit Buchstaben) zu besetzen. Die Schüler erkannten die Vorzüge dieser Art der Programmierung sofort und hatten sichtlich Spaß am Tüfteln und Herstellen unterschiedlichster Körperformen am Computer. Bei einem abschließenden Test (Stegreifaufgabe) stellte sich heraus, dass jeder der 28 Schüler in der Lage war, diese durchaus schwierige Art der Programmierung umzusetzen.

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass der Schreinerberuf nur noch wenig mit plumpem Sägen und Hobeln zu tun hat und man als „Handwerker“ –ohne akademischen Abschluss- in der Lage ist, durchaus komplexe Aufgabenstellungen zu lösen. Aus diesem Grund steigt der Anteil der Abiturienten im BGJ der Schreiner an und bildet einerseits eine wichtige Säule in der Klassengemeinschaft und andererseits eine echte Alternative zum Studium.

Thomas Peintinger

 

 

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