Schüleraustausch im Fachbereich Bau Herbst 2014/Frühjahr 2015

Veröffentlicht am Dienstag, 10.03.2015 | Peter Wollinger

Kategorien: Bau - Holz - Farbe | Aktivitäten

Ob gemörtelt oder geklebt – die Ausbildungsinhalte sind sich ähnlich

Die ersten beiden Schweizer Schüler aus dem Fachbereich Bau hatten die Gelegenheit wahrgenommen, im Rahmen des europäischen Bildungsprogramms „Erasmus plus“ das deutsche Ausbildungswesen kennen zu lernen. So verbrachten Tamara Cavelti und Lars Reichelt 2 bzw. 3 Wochen bei ihren deutschen Gastfamilien und begleiteten ihre „Tauschpartner“ Manuela Paukner, angehende Bauzeichnerin, und Maurerlehrling Alexander Treml an ihren jeweiligen Ausbildungsstätten im Betrieb und in der Berufsschule.

Möglich ist diese Art des Schüler-Austauschs, weil das Ausbildungsniveau in diesen Berufen in der Schweiz und in Deutschland annähernd gleich ist. Die Gäste erkannten im Betrieb und im Berufsschulunterricht große Gemeinsamkeiten mit der ihnen bekannten Ausbildungsform. Damit lassen sich die angestrebten Ziele, nämlich die Erweiterung des beruflichen Horizonts, die Steigerung der Mobilität und Flexibilität, die Förderung des grenzüberschreitenden Dialogs und damit die Eröffnung neuer Perspektiven, in idealer Weise erreichen.

Unter dieser Prämisse war das gemeinsame Projekt vom Schulleiter der Staatlichen Berufsschule I Deggendorf Oberstudiendirektor Bartholomäus Sagstetter und dem Leiter des Schweizer Berufsbildungszentrums in Zug Beat Wenger im Jahr 2013 ins Leben gerufen worden. Die Erfahrungen der ersten Austauschschüler gaben ihnen nun zusätzliche Bestätigung, auf ihrem Weg richtig voranzuschreiten, auch wenn die Bedingungen für deutsche Gegenbesuche in der Schweiz wegen momentan fehlender Fördermittel erschwert sind.

So stellte Lars gegenüber der stellvertretenden Schulleiterin StDin Angela Saller doch Unterschiede zwischen den Ländern in der Bauweise fest: Die deutschen Fachleute verwenden seiner Beobachtung nach mehr Fertigteile. Im Mauerwerksbau ist die Technik des Klebens von Mauerziegeln Standard, während in der Schweiz mehr Handarbeit zum Einsatz kommt und Stein für Stein „gemörtelt“ wird. Eine weitere Auffälligkeit stellen die aus Schweizer Sicht „günstigen“ Preise in Deggendorf und Umgebung dar, wie die Gäste im Rahmen ihres von den Gastgebern gestalteten Freizeitprogramms rasch bemerkten.

Einen „Gegenbesuch“ absolvierten die Bauzeichnerin Manuela Paukner (Max Streicher GmbH & Co. KG aA, Deggendorf) und Alexander Treml (Bauunternehmen Alois Erl in Miezing) berufliche Praktika in Zug. Die beiden Firmen unterstützten diese Maßnahme gerne durch Freistellung ihrer Auszubildenden und auch in finanzieller Hinsicht, da sie daran interessiert sind, qualifizierte Führungskräfte mit Weitblick heranzuziehen.

Beide Austauschschüler waren begeistert von ihrem Aufenthalt im Gastland. Sie gewannen wichtige neue Erkenntnisse in ihrem jeweiligen Fachgebiet. Zudem profitierten sie stark von den Kontakten mit ihren Tauschpartnern und den Verantwortlichen vor Ort. Sie wurden, so wie zuvor die Schweizer Gäste in Deutschland, in der Schweiz sehr herzlich aufgenommen und waren beeindruckt von der Gastfreundschaft aller Beteiligten.

Alexander berichtete im Rahmen eines Kurzvortrages vor seinen Klassenkameraden über seine Erfahrungen. Er bestätigte die von Lars Reichelt konstatierten Unterschiede in der Bautechnik zwischen der Schweiz und Deutschland. Andererseits stellten sie übereinstimmend mit ihren Schweizer Partnern fest, dass die Gemeinsamkeiten in beruflicher und schulischer Ausbildung bei weitem überwiegen.

Alle an der Aktion Beteiligten sind sich einig, dass der Austausch in den kommenden Jahren fortgesetzt und intensiviert werden sollte.

Angela Saller

Bildunterschrift: Studiendirektorin Angela Saller, Lars Reichelt, Alexander Treml, Tamara Cavelti, Manuela Paukner und Oberstudiendirektor Bartholomäus Sagstetter