Schulung durch die Firma Schlagmann

Veröffentlicht am Donnerstag, 02.06.2016 | Peter Wollinger

Kategorien: Bau - Holz - Farbe

1 cm ist kein Maß – diese Zeiten sind längst vorbei

Um den stetig wachsenden Anforderungen an den Wärmeschutz im modernen Hausbau gerecht zu werden, um Heizenergie einzusparen und dadurch die Umwelt zu schonen, wird es für den Beruf des Maurers immer wichtiger, sich mit modernen Baustoffen und Anwendungstechniken auseinanderzusetzen. Deshalb führte Maurermeister und Anwendungstechniker Peter Aigner von der Firma Schlagmann Poroton GmbH&Co.KG aus Zeilarn – dem führenden Ziegelhersteller im süddeutschen Raum – für unsere Maurer der 12.Jahrgangstufe eine Schulung über die Verarbeitung von Planziegeln durch.

Herr Aigner erläuterte und veranschaulichte zunächst im Klassenzimmer in einem 90-minütigen Theorieteil mit Hilfe einer Power Point Präsentation die theoretischen Grundlagen über hochdämmendes Planziegelmauerwerk sowie die neue europäische Norm EN 1996 Eurocode 6 für die Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten. Um einen höheren Wärmedurchgangswiderstand (U-Wert) einer Ziegelaußenwand zu erreichen, wird einerseits die Rohdichte des Ziegelscherbens verringert; zugleich wird eine mineralische Dämmung aus Perlite in die Mauerziegel eingefüllt. Statt einer Lagerfuge von 1,2 cm findet man beim Planziegelmauerwerk nur noch eine 1 mm dicke Fuge aus Dünnbettmörtel. Durch die Verringerung des Ziegelscherbens ergeben sich veränderte Ansprüche an die Statik und somit an die Ausführung (Eurocode 6).

Zudem stellte der Fachmann das Wärmedämmsystem POROTON®-WDF® vor. Dabei handelt es sich um eine massive Ziegelwand, gefüllt mit dem natürlichen Dämmstoff Perlit (vulkanisches Gestein) und frei von Mineralfaser. Sie ist einfach und sicher in der Verarbeitung und bietet hohen Brandschutz. Zudem werden alle Aspekte einer baubiologisch sinnvollen und ökologischen Wärmedämmung erfüllt. Durch Dämmung an der Außenwand erhöht sich die Oberflächentemperatur an der Innenseite der Wand. Je höher diese Temperatur ist, umso geringere Raumtemperaturen sind nötig, um ein behagliches Wohnklima zu erreichen. Die positiven Folgen effektiver Fassadendämmung sind nicht nur weniger Energieverbrauch, sondern auch eine erhebliche Wertsteigerung der Immobilie.

Am Theorieteil nahmen ebenfalls die Bauzeichnerinnen und Bauzeichner der TZB 10A teil, da bei ihnen zu diesem Zeitpunkt das Planziegelmauerwerk im fachlichen Unterricht behandelt wurde.

Im anschließenden Praxisteil in der Bauhalle wurde zunächst eine Mauerecke mit 2,99 auf 3,99 m aufgerissen. Dann wurde mittels eines Baulasers der höchste Punkt in der Bodenplatte ausfindig gemacht. Da man beim Planziegelmauerwerk – anders als beim Blockziegelmauerwerk – keine Unebenheiten mehr ausgleichen kann, ist es wichtig, dass die erste Mauerschicht absolut plan angelegt wird. Dazu wurde von der Firma Schlagmann der Nivelliermax entwickelt, mit dessen Hilfe sich die erste Mauerschicht reihum genau ins Wasser setzen lässt.

Unter Anleitung und mit vielen nützlichen Tipps vom Profi arbeiteten alle Schüler mit dem Nivelliermax und es wurden gemeinsam vier Mauerschichten hochgezogen. Dabei demonstrierte Herr Aigner die verschiedenen Klebetechniken – gerollt, getaucht, gedeckelt mit V-Plus und VD auf. Zudem zeigte er den interessierten Fachleuten die Möglichkeit, mit Dryfix (PU-Schaum) bzw. mit Mörtelpads der Fa. Maxit zu kleben. Im abschließenden Gespräch wurden unsere Schüler vom Referenten für ihr großes Interesse und ihre disziplinierte Mitarbeit gelobt. Wir danken Peter Aigner für die schüler- und praxisgerechte Darbietung seines immensen Fachwissens und seine gewinnende Art, die bei unseren Schülern wieder einmal gut angekommen ist.

Zudem danken wir der Firma Schlagmann für den kooperativen Einsatz, die gute Zusammenarbeit sowie ihr Engagement im Sinne der Image-Verbesserung des Berufsstandes der Maurer und hoffen auf eine Wiederholung der Veranstaltung im kommenden Schuljahr.

Markus Lautenbacher