Seminararbeit in Zeiten von Corona

Veröffentlicht am 19.05.2020 | Jürgen Vogl | 381 Aufrufe

Kategorien: Bau - Holz - Farbe

Seminararbeit in Zeiten von Corona

Das Bau-Seminar im Online-Modus       

Die ersten Wochen an unserem neuen Ausbildungsort, der Staatlichen Berufsschule I in Deggendorf waren von großer Empathie von Seiten der Kolleginnen und Kollegen und der Schulleitung geprägt. Alle haben uns hier sehr freundlich willkommen geheißen und in ihren Kreis aufgenommen. Bereitwillig und offen wurden wir Referendare zu einzelnen Hospitationen in die Klassen eingeladen. Wir schätzen die ehrliche und offene Arbeitskultur, die hier an der Schule, im Kollegium und im Seminar gelebt wird.

Wir, das sind Franziska Wiedemann aus dem Allgäu (Landkreis Lindau), Julia Raster (Landkreis Regen), Michelle Jung (Landkreis Straubing-Bogen) und Christof Kirzinger (Landkreis Kelheim). Alle vier haben wir nach dem Ende unserer Schullaufbahn eine Berufsausbildung absolviert und kennen somit unsere heutige Wirkungsstätte als Referendare auch aus der Schülerperspektive.

Drei Wochentage verbringen wir an unserer Einsatzschule im Hauptfach Bautechnik. Montags findet unser Seminarunterricht an den Einsatzschulen für unser Zweitfach statt (Kath. Religion in Landshut und Deutsch in Straubing). Das Hauptseminar findet für diesen Jahrgang jeweils freitags in Regensburg statt.

So erfreulich der Start hier in Deggendorf und die Atmosphäre in unserem Seminar nach den Faschingsferien auch war, so unerfreulich entwickelte sich eine exponentielle Dynamik ganz anderer Art. Die beunruhigende Entwicklung der sich abzeichnenden Pandemie sorgte dann schon vier Wochen nach unserem Dienstantritt für geschlossene Schulen.

Aus der Sozialdistanz (social distancing) und in strenger Heimarbeit (Homeschooling) staunten wir über den Stillstand im Land (lockdown). Falls wir doch einmal in den Supermarkt mussten, wunderten wir uns über Schlangen wartender Menschen vor auf Grund von Hamsterkäufen leeren Regalen.

Um dem Virus aus dem Weg zu gehen, „dateten wiru(n)s“ „viral“ untereinander und mit unseren Seminarlehrern in Online-Videokonferenzen, um auf diese Weise unsere Meetings in den Tiefen und Weiten des World Wide Web abhalten zu können. Nach den üblichen anfänglichen Schwierigkeiten mit Mikrofon- und Kameraeinstellungen blieben wir nun über einen Zeitraum von sechs Wochen in Kontakt und kamen so, unverhofft, in den Genuss, Plattformen des Digitalen Unterrichts auszuprobieren und für unser Seminar zu testen. Nach den ersten virtuellen Gehversuchen schlossen sich andere Referenten und Seminarlehrer aus anderen Kursen dieser Möglichkeit der Interaktion an und so entstanden bis zum Redaktionsschluss Anfang Mai einige sehr interessante Online-Seminare.

Hiervon zeugt auch das etwas andere Gruppenbild von uns Studienreferendarinnen und dem Studienreferendar und unserem Seminarlehrer OStR Tobias Bredl in diesem Jahresbericht. Aber genau dieses Bild hatten wir nun auch bis Anfang Mai meistens vor uns. Wir freuen uns, dass nun der Schulbetrieb langsam wieder hochgefahren wird und wir auch tatsächlich wieder in und mit den Klassen arbeiten können – wenn auch in einer besonderen und hoffentlich einmaligen Zeit, mit Be- und Einschränkungen in unserem Alltag und im kollegialen Miteinander. Sicher werden wir als der Corona-Jahrgang der Studienreferendare in die Geschichte der bayerischen Lehrerbildung eingehen, aber vielleicht bieten gerade diese besonderen Umstände auch Chancen für uns alle. Bleiben wir gesund!

Das Seminar Bau

 

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