Vorträge über Alkohol im Straßenverkehr

Veröffentlicht am Samstag, 23.04.2016 | Peter Wollinger

Kategorien: Allgemeinbildender Unterricht | Unsere Schule

Alkohol am Steuer – immer noch zu viele Verletzte und Tote

Insgesamt wurden im Jahr 2014 in Deutschland bei Alkoholunfällen 260 Menschen getötet und 16.856 Personen verletzt. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der alkoholbedingten Unfälle mit Personenschaden um 2,6 % auf 13.612. In 7.687 Fällen blieb es bei Sachschaden. Die Zahl der Getöteten reduzierte sich um 17,2 %. Dennoch war nahezu jeder 13. Verkehrstote im Jahr 2014 auf einen Alkoholunfall zurückzuführen. Die meisten Alkoholunfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften (9.085, 66,7 %). Weitere 3.912 (28,7 %) wurden auf Landstraßen registriert. Die Zahl der Alkoholunfälle auf Autobahnen belief sich auf 615 (4,5 %). Betrachtet man das gesamte Jahr, zählte die Polizei 2014 im Durchschnitt rund 97 Alkoholunfälle pro Tag in der BRD. (Quelle Statistisches Bundesamt 2016).

Um unseren Schülerinnen und Schülern die Gefahren und Folgen des Missbrauchs von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr aufzuzeigen, referierten Markus Werrlein, Ständiger Vertreter des Direktors am Amtsgericht in Viechtach, sowie Anton Donaubauer, Gruppenleiter der Staatsanwaltschaft in Passau, und Dr. Stefan Brunner, Richter am Amtsgericht in Deggendorf, auf zwei Schulwochen verteilt in den 11. Klassen unserer Berufsschule über dieses immer wieder hochbrisante Thema. Lisa-Marie Zander, Bauzeichnerin aus der Klasse TZB 11B, hat den Vortrag in ihrer Klasse folgendermaßen zusammengefasst:

Ein leidiges Thema für jeden, der einen Führerschein hat oder machen will: Wie viel darf ich trinken, wenn ich hinterher noch Auto fahren will? Herr Donaubauer, Staatsanwalt in Passau, vormals unter anderem in Deggendorf tätig, hat uns Schüler in seinem Vortrag über dieses Thema informiert.

Alkohol ist zwar eine legale Droge, aber das sagt nichts über seine Gefährlichkeit aus. Seine Wirkung kann zum „Lustig-Sein“, aber auch zu Ausfallerscheinungen, wie Doppelt-Sehen, aggressivem Verhalten, schwerfälligem Sprechen oder „Eierlauf“ führen. Auf jeden Fall beeinträchtigt Alkohol aber die eigene Wahrnehmung. Oder hat etwa noch keiner davon gehört, dass man sich so einiges „schön saufen“ kann”? Bei dem ein oder anderen mag das schon geholfen haben, aber der Morgen danach war dann nicht mehr so angenehm. Diese sogenannten Nebenwirkungen sind bei jedem unterschiedlich. Im Straßenverkehr aber können sie sich als ganz fatal erweisen, weil dadurch schwerste Unfälle verursacht werden können.

Was tun, wenn es auf einmal heißt: „Guten Abend, Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte! Haben Sie etwas getrunken?“ Die Antwort, „Ja, drei Spezi und ein Wasser“, mag zwar wahr und lustig sein, aber lasst das lieber. Ein Polizist, der zu einer Zeit arbeiten muss, zu der ihr feiern geht, muss zu dieser Zeit nicht besonders zu Späßen aufgelegt sein. Er darf euch dafür zwar nicht bestrafen und der ein oder andere nimmt es vielleicht mit Humor, aber er hat natürlich das Recht, mit euch den gesamten Auto- und Personencheck durchzuziehen. Und das kostet vor allem euch Zeit und Nerven. Solltet ihr nun tatsächlich Alkohol getrunken haben, müsst ihr das nicht zugeben. Schöpft der Polizist aber Verdacht, wird er euch einen Atem-Alkoholtest anbieten. Ihr müsst auch dem nicht zustimmen, da dieser Test keine rechtliche Relevanz hat und das Ergebnis oft vom tatsächlichen Blutalkoholwert abweicht. Zeigt er jedoch mehr als 0,3 ‰ an, müsst ihr mit zur Dienststelle kommen und einen Bluttest machen. Weigert ihr euch wieder, so muss dieser angeordnet werden.

Wenn der so gemessene Alkoholpegel im Blut bestimmte Werte überschreitet, so sind Geldbußen und/oder Führerscheinentzug die Folgen. Wurde ein Unfall verursacht, so ist auch die Haftung durch die Versicherung gefährdet. Und das wird nicht nur unheimlich teuer, sondern es lässt euch nicht mehr los, vor allem, wenn dann auch noch andere Personen davon betroffen sind. Die 0,0 ‰ sollten deshalb nicht nur ein frommer Wunsch sein, sondern Tatsache!

Als Fachbetreuer für Sozialkunde danke ich Herrn Werrlein und seinen Kollegen für ihr großes Engagement sowie die aufklärenden und wachrüttelnden Vorträge, die seitens der Schüler stets positive Rückmeldung ernteten.

Lisa-Marie Zander TZB11B und Markus Lautenbacher